Mosbach. (tn) Der Klimawandel und die direkten Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Felder, Wiesen und Wälder beschäftige ebenfalls die Kreis-CDU. „Die aktuellen Demonstrationen zeigen, dass sich viele Menschen große Sorgen ums Klima machen, die es ernst zu nehmen gilt. Gute und pragmatische Lösungsansätze sind jetzt gefragt“, so Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL. In Baden-Württemberg habe der Klimaschutz aber noch einen weiten Weg vor sich, so der Minister.

Obwohl seit 2011 ein grüner Ministerpräsident und ein grüner Umweltminister hierfür Verantwortung tragen, wird das Land seine gesetzlich festgelegten Klimaschutzziele für 2020 verfehlen, stellte CDU-Kreisvorsitzender Markus Haas fest. Im Verkehrssektor ist der Ausstoß von Treibhausgasen sogar angestiegen.

Um über das Thema nicht nur zu reden, wie es an vielen anderen Stellen getan wird, beschloss der Kreisvorstand einstimmig einen weitreichenden Antrag zum Thema Klima- und Waldschutz. Dieser fand am vergangenen Samstag bereits Eingang in die Beratungen des Bezirksparteitags der CDU Nordbaden, der dort großen Zuspruch erhielt, es wurde die Landespartei und Landtagsfraktion beauftragt.

Dabei hat der Antrag auf Aufnahme des Klimaschutzes in Artikel 3 a der Landesverfassung als Staatsziel mehr als nur symbolischen Charakter. Auf dieser Grundlage fordert der CDU-Kreisvorstand die Weiterentwicklung des Erneuerbaren-Wärmegesetzes. Außerdem sollte die Landesbauordnung dahingehend überarbeitet werden, dass bei Neubauten eine Pflicht zur Installation regenerativer Energien auf geeigneten Dächern mit aufgenommen wird. Das Land müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Dächer der Landeseigenen Gebäude ebenfalls entsprechend aus- und nachrüsten. Neben dem Klimaeffekt wäre dies auch langfristig ein nachhaltiger Beitrag zur finanziellen Entlastung des Landeshaushalts. „Sparen und Gutes tun, das sollte eine grüne Finanzministerin doch überzeugen“, ist sich der stellv. Kreisvorsitzende Torsten Noe sicher.

„Klima- und Artenschutz gehen Hand in Hand“, so MdL Hauk, die vorhandenen Biotope und Naturschutzgebiete sollen so ausgebaut und vernetzt werden, dass sie der Tierwelt als Wanderkorridor dienen können. Auch bei der Waldbewirtschaftung muss der Klimaschutz künftig im Vordergrund stehen. Der reine Wirtschaftswald wird zum Klimawald. Klimawald aber nur dann, wenn das durch die Photosynthese in den Bäumen gebundene CO2 nicht sofort nach dem Tod der Bäume durch Verbrennen oder Verrotten gleich wieder in die Atmosphäre abgegeben wird. Daher ist beispielsweise das Bauen mit Holz nachhaltig. Die CDU fordert bis zu 30 Millionen klimagerechte Bäume in den nächsten fünf Jahren zu pflanzen, um damit vor allem die durch die aktuellen Dürren und Borkenkäferschäden entstandenen Verluste auszugleichen, aber auch um die Waldfläche, wo dies landschaftsverträglich möglich ist, zu erhöhen. Neben der Bindung von ca. 52 Mio. Tonnen CO2 in den Bäumen werden so auch Naherholungsräume für die Menschen und Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

„Mit diesem Antrag ist man ganz nah bei den Grundwerten der CDU – die Bewahrung der Schöpfung“, stellten die Vorstandsmitglieder Werner Baier und Horst Weber zufrieden am Ende der Sitzung fest.

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